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Das Warten – Sprüche 10, 28

Leitvers

Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. Sprüche 10, 28

Meine Gedanken

Warten ist mir schon immer schwer gefallen. Als Kind war es immer ärgerlich, auf den Bus warten zu müssen. Besonders sonntags. Oder das Warten auf Freunde – gerade als ein Mensch, der die Pünktlichkeit liebt, strapazierte es oft meine Nerven, wenn ich einmal 10-15 Minuten auf meine Verabredung warten musste. Oder das Warten auf die Ferien, auf den Geburtstag, auf die Rückgabe der Klassenarbeit – es gab genügend Dinge, die mich wirklich herausforderten.

Was ist es eigentlich, was mich so sehr nervt? – Wahrscheinlich das Nichtstun, die Unkreativität und der Gedanke „Was hätte ich wohl jetzt mit meiner Zeit anfangen können?“

Bedauerlicherweise leide ich bis heute an diesem Phänomen. Und es stellt mich gerade wieder auf eine ganz besondere Probe: das Warten auf ein Ende von Corona. Wann kann ich wieder normal arbeiten? Wann dürfen meine Kinder wieder in die Schule? Wann darf ich mal wieder ins Stadion, in die Sauna oder ins Restaurant?

Wenn es wenigstens ein Datum geben würde, auf das ich zuarbeiten könnte, das wäre ja noch ertragbar. Doch so bleibt mir lediglich das Warten, dass irgendwann bessere Zeiten kommen.

Doch in all dieser Tristesse macht mir der König Salomo Mut: Das Warten der Gerechten wird Freude werden. Es ist das Warten auf das Eingreifen Gottes. Es ist die Gewissheit, dass ER um die Sache weiß und dass nichts willkürlich geschieht in meinem Leben. Das macht mir Hoffnung. Lebendige Hoffnung. Ich muss nicht hoffen auf den Impfstoff, auf gute Zahlen oder dass sich alles irgendwann von selbst erledigt. Ich darf hoffen auf den dreieinigen Gott, der mir diese Zeit gerade zumutet. Vielleicht will er meinen Glauben testen oder meine Geduld. Ich möchte diese Situation annehmen. Ich will mich auch nicht mehr so künstlich aufregen. Denn ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Herzliche Grüße, Olaf